Ludwig-Maximilians-Universit?t München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Ausstellung

Dinge und ihre Geschichten am Rande der Seidenstra?en

同乐城 www.warmislandresort.com München, 24.05.2019

Was haben ein selbstgebautes Dreirad, Keksdosen der chinesischen Volksbefreiungsarmee, sogenannte ?Liberation shoes“ oder die Reste einer alten Schreibmaschine gemeinsam? Sie sind ?Strandgut am Berg“ und Exponate der gleichnamigen Ausstellung, die Marlen Elders und Dr. Martin Saxer vom Institut für Ethnologie zusammen mit den Ausstellungsgestaltern Tinka Kuhlmann und Alfred Küng realisiert haben. Sie ist ab dem 28. Mai 2019 im K??k, im Münchener Westend zu sehen.

Spielzeug aus Schrott zeugt von hohem Einfallsreichtum und Pragmatismus. (Foto: Martin Saxer)

Bilderstrecke: 1 2 3 4 5 6

Die Ausstellungstücke, die in der Abgeschiedenheit der Bergwelt unter anderem Nepals, Tadschikistans, Myanmars, Afghanistans oder China gefunden und zusammengetragen wurden, erzählen „Geschichten globaler Verknüpfungen, die in gewisser Weise unseren Vorstellungen von Abgeschiedenheit und Isolation entgegenwirken“, so Martin Saxer. Die Liberations Shoes etwa finde man überall in China, sagt Saxer. Sie würden von den Frauen und Männer getragen, die das aufstrebende Land gestalten. Sind sie aufgetragen, werden sie weggeschmissen und ersetzt. Die Befreiungsschuhe seien mit den ambitionierten Infrastrukturprojekten Chinas auch über die Landesgrenzen hinausgetreten.

Die Fundstücke in der Ausstellung geben aber auch beredtes Zeugnis vom Pragmatismus und vom Erfindungsreichtum der Menschen im asiatischen Hochland, die Keksdosen zu Blumenkübeln oder Mehlbehältern umwidmen oder aus Metallresten und unterschiedlichen Rädern ein voll funktionsfähiges Dreirad bauen – aus Dingen also, die bei uns achtlos im Wertstoffcontainer landen würden.

Materielle Sedimente
Die Idee für die Ausstellung kam Saxer auf seinen zahlreichen Forschungsreisen ins Hochland. „Da ist mir immer wieder aufgefallen, wie viel an Geschichte sich in den alltäglichen Dingen zeigt. Das trockene Hochland konserviert und es gibt keine Müllabfuhr wie bei uns. So bleiben die Dinge gleichsam als materielle Sedimente zurück. Da kam mir die Idee, eine Art Archäologie des Zeitgenössischen als methodischen Zugang zur Gegenwart und jüngeren Geschichte zu begreifen“, erläutert Saxer.

Die Ausstellung ist bis zum 8. Juni 2019 im Kö?k in der Schrenkstraße 8, zu sehen.